Das Projekt bestand darin, auf der Basis der umfangreichen Rezeptionsgeschichte der Faustfigur auf dem Theater, in Film und Literatur eine Variante des Sujets für die Bühne zu kreieren. Die Teilnehmer formulierten in Gruppen Scenarios über Motive, die sie am Faust-Stoff besonders interessierten. Diese Scenarios wurden miteinander verschmolzen, in eine dramaturgische Abfolge gebracht und textlich ausgestaltet. Das so entstandene Theaterstück wurde inszeniert und aufgeführt.
Die Handlung stellt Faust als einen Wissenschaftler dar, der in einer Sinnkrise bei einer Rundfunk-Lebensberatung anfragt, was Erfüllung sei. Die drei Bearbeiterinnen wetten um den Erfolg, ihm das zeigen zu können, und nehmen Kontakt zu ihm auf. Ein "teuflischer" Psychiater, Therapeut der einen und Ex-Lover der anderen Beraterin, führt Faust zum kollektiven Outing in einer Gruppentherapie. Dort begegnet Faust "Gretchen"/Sophie und verliebt sich in sie. Doch ihre Psyche kann der gewaltsamen Therapie ihres Kindmordtraumas nicht standhalten. Am Ende sitzt Faust vor dem Computer, in dem der Psychiater die Daten von Gretchens Seele gespeichert hat.
| Konzept, Creative Writing Guide, Inszenierung | Susanne Vill |
| Dramaturgie | Ulrich Proschka, Pamela Schuster, Dirk Linnemann, Larissa Siggel, Carsten Reith |
| Bühne, Kostüme | Ensemble |
| Musik | Dirk Linnemann |
| Regieassistenz | Andrea Scheithe-Erhardt |
| Licht, Ton | Yvonne Kröhnert, Elana Siberski |
| Faust (männlich) | Ulrich Proschka |
| Faust (weiblich) | Larissa Siggel |
| Sophie | Pamela Schuster |
| Sibylle | Liane Kunrath |
| Stella | Susanne Hinger |
| Diana (Die Süchtige) | Karina Schoenbeck |
| Dr. Wagner | Dirk Linnemann |
| Homer | Carsten Reith |
| Assistentin | Marion Timpf |
| Der Schizophrene | Tim Schumacher |
| Die Nymphomanin | Susanne Hinger |
| Die Exhibitionistin | Liane Kunrath |
| Der Künstler | Weijie Yu |
| Die Klaustrophobische | Dagmar Claassen |
| Der Narzisst | Yong-Dong Lee |
Aufführungen
Internationales Jugendkulturzentrum Bayreuth, Januar 1995
